In der Steiermark und im östlichen Kärnten gibt es zu Ostern den Brauch des Weihfeuertragens oder auch Schwammweihe genannt. Dafür werden spezielle Baumschwämme/-pilze verwendet, an denen ein langer Draht befestigt ist. Damit können die Schwämme geschwenkt und im Kreis gedreht werden. So wird der Rauch verströmt und die Glut geht nicht aus.

Manche nützen Blechdosen in denen getrocknete Baumschwämme mit dem geweihten Feuer aus der Kirche zum Glühen gebracht werden.

Der Hintergrund dieses österreichischen Brauches?
Dadurch soll das Haus geschützt und vor Schaden bewahrt werden.

Dieser Brauch stammt aus der Zeit, in der es noch keine Streichhölzer oder Feuerzeuge gab. Die Menschen konnten das Feuer im Herd nicht ausgehen lassen. Dafür verwendeten sie spezielle Gluttöpfe. Nur einmal im Jahr, am Karfreitag, ließ man das Feuer bewusst ausgehen. Am Karsamstag entzündeten die Menschen das Herdfeuer dann mit dem „geweihten Feuer“.

So habe ich den Ablauf dieses Brauches selbst erlebt:
Am Karsamstag macht man sich in aller Früh auf den Weg zur Kirche. Um 7 Uhr morgens segnet der Pfarrer einen brennenden Holzstoß. Danach werden die mitgebrachten, selbst gesammelten Baumschwämme so lange ins Feuer gehalten, bis sie selbst zu brennen beginnen.

Dann wird dieses geweihte Feuer mit Hilfe der Schwämme nach Hause getragen. Dort wird mit dem Schwamm entweder das Herdfeuer neu eingeheizt oder der Schwamm zumindest in den brennenden Ofen gehalten, damit das geweihte Feuer quasi von den Flammen übernommen wird und der Segen auf die darüber kochenden Speisen und das gesamte Haus übergeht.

Mancherorts wird das Feuer noch von Kindern von Haus zu Haus getragen. Als Belohnung gibt es Süßigkeiten, Ostereier oder Geld. Heutzutage bringt man das Feuer jedoch zumeist einfach zu sich selbst nach Hause.

Ein archaisch anmutender Brauch, der aber durchaus seinen Reiz hat. Auch in der heutigen Zeit.



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