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Ritschert ist ein Eintopfgericht, dass in einigen Regionen Österreichs, Sloweniens (Slowenisch: ričet) und Bayern bekannt ist. Es ist eine deftige Speise, die eine sehr lange Geschichte hat. Und es ist ein ideales Gericht um es gleich für mehrere Personen zuzubereiten.

Es wird aus Rollgerste (Graupen), Bohnen und geräuchertem Schweinefleisch hergestellt. Ritschert ist äußerst geschmackvoll und macht satt.

Wo kommt das/der Ritschert her?

Jedenfalls ist das (der) Ritschert oder auch Ritschet ein Eintopfgericht, dass schon in der Eisenzeit direkt in den Salzbergwerken von Hallstatt gekocht wurde. Namentlich wurde das Gericht erstmals 1534 im Kochbuch des Klosters in Tegernsee als ru(e)tschart (gedämpfte Erbsen) erwähnt.
Noch früher tauchte die Speise (nicht der Name) urkundlich erstmals 1485 im Gailtal/Kärnten auf Burg Kühnegg auf, als „Gerste in fetter Fleischsuppe“. Denn genau diese Speise wurde damals dem Bischof von Caorle serviert.

Ein Synonym war in Kärnten ursprünglich die Bezeichnung Gerstbrein, auf Slowenisch ješprenj.

Woher der Name tatsächlich stammt ist nicht klar bewiesen. Einerseits könnte er vom Kochgeschirr stammen, und zwar vom Schwäbischen Rutsch Kachel (flaches, irdenes Kochgerät). Andererseits könnte die alte Nebenform von rutschen, mittelhochdeutsch rütschen (gleiten, rutschen) die Basis für die Namensgebung sein und auf die Eigenschaft der Lebensmittel hinweisen. Also das „Rutschen“, worauf die bedeutungsmäßig ähnliche Roll-gerste hinweisen würde.

Das Ritschert ist auch ein ideales Gericht für die Osterzeit, da darin Fleischreste wie etwa vom Osterschinken nach der Osterjause gut auf etwas andere Art und Weise verarbeitet werden können. Und du kannst es einfrieren, sollte doch etwas übrig bleiben.

RITSCHERT | RITSCHET (ROLLGERSTENEINTOPF)
Vorbereitungszeit
15 Min.
Zubereitungszeit
45 Min.
Kochzeit (Fleisch)
2 Stdn.
 

Die Vorbereitung beginnt am Abend zuvor, da die Bohnen und die Graupen (Rollgerste) über Nacht eingeweicht werden müssen.

Das Fleisch kannst du ebenfalls am Tag zuvor kochen.

Gericht: Hauptspeise
Region: Bayrisch, Österreichisch, Slowenisch
Portionen: 8 Personen
Zutaten
  • 100 g Karotten
  • 100 g Sellerie
  • Sellerieblätter
  • 50 g Petersilienwurze (auch Peterwurze, Wurzelpetersilie oder Knollenpetersilie genannt)
  • 3 große Kartoffeln
  • 200 g Rollgerste (Graupen), grob
  • 100 g Käferbohnen
  • 350 g Geselchtes (geräuchertes Schweinefleisch), alternativ Schweinsstelze oder Ripperl
  • 2 Lorbeerblätter
  • 3 Zehen Knoblauch, gehackt
  • 1 TL Kümmel, ganz
  • 1/2 TL Kümmel, gemahlen
  • 2 EL Rotweinessig
  • 1 EL Gemüsesuppenpulver
  • Salz nach Geschmack
  • Pfeffer nach Geschmack
  • Wasser zum Aufgießen der Suppe
  • Liebstöckel (frisch oder getrocknet), gehackt (auch Maggikraut, Lavas, Lusstock oder Nussstock genannt)
  • Petersilie (frisch oder getrocknet), gehackt
Einbrenn:
  • 1 große Zwiebel, gehackt
  • 3 EL Mehl
  • ca. 50 g Butter oder Pflanzenmargarine
Anleitungen
Am Vorabend:
  1. Die Käferbohnen über Nacht in Wasser einweichen. 

  2. Die Rollgerste über Nacht in Wasser einweichen.

Am nächsten Tag:
  1. Die Käferbohnen in dem Wasser kochen, in dem sie über Nacht eingeweicht waren. Im Druckkochtopf dauert das ungefähr 35 Minuten. Wichtig ist, die Käferbohnen nicht zu salzen, denn ansonsten werden sie nicht weich.

  2. 2 Töpfe mit Wasser aufstellen und aufkochen lassen. Zunächst im ersten Topf das Fleisch ungefähr 10 Minuten abkochen, damit die scharfen Gewürze vom Räuchern weg sind.

  3. Das Fleisch nach den 10 Minuten in den anderen Topf mit kochendem Wasser einlegen. 

  4. Die Lorbeerblätter, die Knoblauchzehen und den ganzen Kümmel dazugeben und das Fleisch ungefähr 2 Stunden weich kochen.

  5. Das Fleisch aus der Suppe nehmen und die Selchfleisch-Suppe abseihen.

  6. Von dieser Selchfleisch-Suppe 1 Liter wegnehmen und darin die Rollgerste mit dem Wasser, in dem sie über Nacht eingeweicht waren, ungefähr 15 Minuten kochen.

  7. Das Wurzelwerk und die Kartoffeln grob würfelig schneiden und in der kochenden Rollgersten-Suppe mit einkochen. Und wieder mit Selchfleisch-Suppe und frischem Wasser aufgießen, so dass das Gemüse bedeckt ist. Das Ganze weitere 15 Minuten kochen bis das Gemüse weich ist. 

  8. Den gehackten Knoblauch, ½ TL gemahlenen Kümmel, Liebstöckel und Petersilie dazugeben und mit Pfeffer abschmecken.

Die Einbrenn zubereiten:
  1. Für die Einbrenn Butter oder Margarine heiß werden lassen und darin das Mehl unter ständigem Rühren anbräunen. 

  2. Dann die Zwiebel dazugeben und etwas mitrösten lassen. 

Den Eintopf fertigstellen:
  1. Die Einbrenn mit etwas von der Rollgerste-Gemüse-Suppe aufgießen und gut durchrühren. Dann das Ganze wieder zurück in die restliche Rollgerste-Gemüse-Suppe gießen und gut durchrühren.

  2. Den Eintopf mit etwas Rotweinessig nach Geschmack abschmecken.

  3. Die gekochten Käferbohnen jetzt zum Schluss in die Suppe geben.

  4. Das gekochte, würfelig geschnittene Fleisch in die Suppe geben.

  5. Mit Suppenpulver, Salz und Pfeffer nach Wunsch nochmals abschmecken.

  6. Sollte die Suppe zu dick werden, nochmals mit Wasser nach eigenem Geschmack verlängern.

  7. Gut durchmischen und das Ritschert ist fertig!

Rezept-Anmerkungen

 

Mahlzeit & guten Appetit!

 

 

Ein wunderbares Rezept, in dem du auch Selchfleisch verwenden kannst, sind die Tiroler Speckknödeln. Probier sie doch mal aus.


Quellen:

  • Wikipedia: Artikel „Ritschert“
  • Heinz Dieter Pohl: „Deutsch-Slowenische und Slowenisch-Deutsche Lehnbeziehungen als Spiegel der Kulturgeschichte (gezeigt an Speisenbezeichnungen) ISBN 3-7001-3399-5

Ein feiner Topfengugelhupf, den du sehr rasch einfach zusammenrührst. Und er passt perfekt zum Nachmittagskaffee.

Das unten stehende Rezept ist für eine große Gugelhupf-Form.
Ich habe mich diesmal allerdings dazu entschlossen nur die halbe Masse zu machen und habe zwei kleine Gugelhupf-Formen verwendet. Allerdings wären drei kleine Formen besser gewesen :-).

Mich interessieren ja immer auch die Geschichten zu den verschiedenen Speisen. Und in diesem Fall habe ich mal recherchiert, was es so mit dem Gugelhupf generell auf sich hat.

Die Geschichte des Gugelhupf

Erstaunlicherweise geht seine Geschichte bis auf die Römer zurück. Das haben archäologische Funde in Carnuntum, dem römischen Heereslager vor Wien, gezeigt. Auch in Budapest, dem Rheintal und in Frankreich wurden Nachweise darüber gefunden.

Sogar die Backformen sahen fast genauso aus wie jene, die wir heutzutage verwenden. Nur der Napf in der Mitte war damals geringer eingebuchtet und die Backformen der Römer waren aus Bronze oder Kupfer. Es wird angenommen, dass die Römer mit der Backform die „rotierende Sonne“ darstellen wollten.

In der Zeit der Völkerwanderung nach den Römern verschwanden die Gugelhupfe vorübergehend. Erst im 15. Jahrhundert kamen sie wieder in Rezepten vor. Besonders im Alpenraum waren sie damals äußerst beliebt.

Der Gugelhupf war auch bekannt als Arme-Leute-Kuchen.

Besonders in der Biedermeierzeit (1815 – 1848) erlebte der Gugelhupf ein Comeback. Von Wien aus verbreitete er sich in der k.u.k.-Zeit in der ganzen Monarchie. Das wurde auch gefördert durch Kaiser Franz Joseph, bei dem der Gugelhupf wesentlicher Bestandteil seines Frühstücks war.

Lange Zeit gab es kein spezielles Rezept für den Gugelhupf. Er wurde je nach Region, Anlass und Status aus Hefe-, Rühr- oder Biskuitteig hergestellt und enthielt mehr oder weniger Butter, manchmal auch Rosinen, Mandeln und Zitronen und war auch schon mal mit Zucker bestreut oder mit einer Schokoladenglasur verfeinert.

Auch für die Herkunft der Bezeichnung Gugelhupf gibt es zahlreiche Versionen. Eine davon ist, dass der Name von seiner Form stammt. Also von „Gugel“ für Kugel und von „hupf“ oder „hopf“ für hüpfen, womit vermutlich das Aufgehen des Hefe- oder Germteigs gemeint war.
Es könnte aber auch sein, dass die Bezeichnung in Zusammenhang mit früheren Kopfbedeckungen steht, die einfach ähnlich aussahen.

Die Herstellungsmethoden

Im österreichischen Lebensmittelcodex steht der Gugelhupf im Kapitel B 18 Backerzeugnisse unter „Fein- und Konditoreibackwaren“. Darin wird er im Absatz 60 als „Feine Hefeteigbackware“ angeführt.

Der Gugelhupf ist also typischerweise ein süßes Germteig-Gebäck. Allerdings wurde nicht immer mit Zucker gesüßt. Insbesondere als der Rübenzucker noch extrem teuer war oder noch gar nicht in unseren Regionen zur Verfügung stand, haben getrocknete Früchte im Teig für die Süße gesorgt.

Alte Rezepte enthielten sehr viele Eier, weil diese als Treibmittel verwendet wurden. Und es eben noch kein Backpulver gab.

Mit der Erfindung des Backpulvers veränderten sich die Rezepturen. Denn mit dieser neuen Zutat konnte der Gugelhupf schneller hergestellt werden als der Germteig.

So gibt es zahlreiche unterschiedliche Rezepte für Gugelhupf. Ein kleiner Auszug:

  • Wiener Gugelhupf mit Rosinen
  • Marmorgugelhupf
  • Kaisergugelhupf mit Sultaninen und Mandeln
  • Alt-Wiener Gugelhupf mit Mandelstiften
  • Germgugelhupf
  • Stefaniegugelhupf ohne Germ
  • usw.
Zwei Stück Topfengugelhupf aufgeschnitten und zwei Topfengugelhupfe
Topfengugelhupf in kleinen Formen gemacht | © Ideal Regional

Das Topfengugelhupf-Rezept

Auch dieses Rezept hier für den Topfengugelhupf enthält keine Hefe, sondern Backpulver. Dadurch kannst du diesen Topfengugelhupf recht einfach und rasch herstellen.

TOPFENGUGELHUPF
Vorbereitungszeit
20 Min.
Zubereitungszeit
55 Min.
Gesamtzeit
1 Std. 15 Min.
 
Gericht: Nachspeise
Region: Österreichisch
Stichwort: Gugelhupf
Zutaten
  • 250 g Butter weich
  • 250 g Topfen
  • 250 g Mehl
  • 230 g Staubzucker
  • 25 g Maisstärke
  • 1 Pkg. Vanillezucker
  • 1 Pkg. Backpulver
  • 5 Eier
  • die abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone
Anleitungen
  1. Das Backrohr auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

  2. Die Gugelhupf-Form mit Butter ausfetten und mit Mehl ausstreuen.

  3. Die Eier trennen. Das Eiklar zu einem festen Schnee schlagen.

  4. Die Butter mit den Eidotter schaumig rühren. Die abgeriebene Zitronenschale, den Staubzucker und den Vanillezucker untermischen.

  5. Den Topfen unterrühren.

  6. Das Mehl mit dem Backpulver und der Maisstärke vermischen. Alles unter den Teig rühren.

  7. Den Eischnee vorsichtig unterheben.

  8. Den Teig in die Gugelhupf-Form füllen.

  9. Den Gugelhupf auf mittlerer Schiene für ungefähr 55 Minuten backen.

  10. Wenn der Gugelhupf in der Backform ausgekühlt ist, kannst du ihn aus der Form stürzen.

  11. Mit etwas Staubzucker bestreut servieren.

Rezept-Anmerkungen

 

Mahlzeit & guten Appetit!

 

 


Quelle:
Bundesministerium Nachhaltigkeit und Tourismus Artikel: Gugelhupf


Faschingskrapfen gehören zur Faschingszeit genauso wie das bunte Treiben der maskierten Menschen, die ausgelassen die fünfte Jahreszeit feiern. Aber was hat es mit den runden, süßen Hefeteigkugeln noch so auf sich? Woher kommen sie und was sind Berliner und Pfannkuchen?

1. Der Krapfen heißt nicht überall Krapfen.

In Österreich und Süddeutschland kennt man sie unter dieser Bezeichnung. Erst ab der Main-Linie in Deutschland nennt man die Krapfen dann Berliner. Und nur im Großraum Berlin heißen die Berliner wiederum Pfannkuchen. So, das wäre nun mal geklärt.

Wie auch immer sie im deutschsprachigen Raum genannt werden, es ist einfach ein Genuss, in dieses süße Germteig-Gebäck (wie der Hefeteig in Österreich genannt wird) zu beißen.

In der heutigen Zeit bekommt man Krapfen fast das ganze Jahr über, aber das war nicht immer so.

2. Was ist das Typische an Faschingskrapfen?

Typisch ist das Herausbacken der Krapfen in heißem Fett, also Schmalz, Butterschmalz oder Pflanzenöl. Und es ist gar nicht so einfach, den schönen weißen Ring bei den Krapfen hinzubekommen.

Der Trick für das perfekte „Ranftl“ ist, den Krapfen zu Beginn für 3 Minuten bei geschlossenem Deckel herauszubacken. Dann wird der Krapfen im heißen Fett umgedreht und ohne Deckel fertig gebacken.

Der traditionelle Wiener Faschingskrapfen besteht aus Germteig, ist rund, mit Marillenmarmelade gefüllt und mit Staubzucker bestreut.

3. Woher kommt der Krapfen? Die Legenden:

Es kursieren zwei Legenden, welche die Herkunft der Krapfen so erklären:

Da gibt es zunächst die österreichische Version:
Nämlich die humorige Geschichte von der Cäcilie (Cilli) Krapf. Es kursiert nach wie vor das Gerücht, dass diese angebliche Hofratsköchin irgendwann zwischen 1615 und 1690 die Namensgeberin für die Krapfen wäre.
Sie hätte aus Ärger einem ihrer Lehrbuben ein Stück Teig nachgeworfen, das allerdings im heißen Schmalz landete. Zunächst war sie der Meinung, das Teigstück wäre nun ungenießbar. Als die Frau Krapf aber das herausgebackene Stück doch probierte, war sie vom Geschmack sehr angetan. So wurden daraus die sogenannten Cillykugeln, die mit eingelegten Früchten gefüllt waren.

Und die deutsche Version lautet wie folgt:
1750 soll ein namentlich nicht bekannter Berliner Zuckerbäcker unter Friedrich dem Großen einen Hefeteig in Kanonenkugelform hergestellt haben. Diesen habe er dann, mangels eines Ofens, einfach in einem Kessel mit heißem Fett über dem offenen Feuer herausgebacken. Das Gebäck wurden dann „Berliner“ genannt, eben nach der Herkunft des Zuckerbäckers.

Beide Legenden sind jedoch nicht nachweisbar, wie das halt mit Legenden oft der Fall ist.

4.Woher kommt der Krapfen? Die wahre Geschichte:

Bewiesen ist, dass schon im alten Ägypten über offenem Feuer schneckenförmiges Gebäck in Fett schwimmend zubereitet wurde. Dies ist nämlich auf einer Darstellung von ungefähr 1200 vor Christus, der Zeit Ramses III., zu sehen.

Eine mögliche Quelle der heutigen Krapfen sind wohl die Römer. Denn diese haben schon Globuli (Kügelchen) hergestellt, die ein mit Honig und Mohn bestrichenes Fettgebäck waren. Dieses Gebäck fand wiederum seinen Weg nach Vindobona, wie das heutige Wien in römischer Zeit hieß. In Vindobona kam es an besonderen Festtagen auf den Tisch und wurde Chraphe genannt.

Im 9. Jahrhundert wurden sie in Wien nicht rund sondern wie Haken gebogen geformt und als Krapho (mittelhochdeutsch krapfe) bezeichnet.

Im 13. Jahrhundert gab es dann die eher derben Bauernkrapfen, die verschieden geformt waren. Je nach Lust und Laune –  rund, länglich oder gekrümmt.

Mit dieser Formenvielfalt war es allerdings 1486 mit der Wiener Köcheordnung vorbei. Denn darin wurde den sogenannten Krapffenpacherinnen genau angeordnet, wie sie ihre Krapffen herzustellen und zu verkaufen hatten.

Im 19. Jahrhundert waren Krapfen dann extrem teuer. Ein Stück dieses wertvollen Gebäcks kostete damals ungefähr 5 Kreuzer. Ein mehrgängiges Mittagessen bekam man allerdings schon für 12 Kreuzer.

5. Womit werden sie gefüllt?

In Österreich und Bayern sind Faschingskrapfen meist mit Staubzucker bestreut und mit Marillenmarmelade gefüllt.

Es gibt sie aber auch noch mit einer Fülle aus

  • Himbeermarmelade
  • Pudding
  • Nougat
  • Powidl
  • Vanille

Manche werden auch mit Zuckerglasur angeboten.

6. Warum werden in der Faschingszeit Krapfen serviert?

Insbesondere im Mittelalter empfahlen Mönche und Geistliche dem einfachen Volk, vor der bevorstehenden Fastenzeit besser die deutlich nährstoffreicheren Krapfen zu essen anstatt Brot. Die Fastenzeit wurde damals sehr streng eingehalten. Daher war es wichtig die Vorräte an Butter, Eier und Schmalz rechtzeitig aufzubrauchen. Und durch den Genuss der Craphun war einigermaßen sichergestellt, dass vor allem Kinder und Arme die Fastenzeit gut überstanden und nicht völlig geschwächt oder krank wurden.

In der Barockzeit kam dann die Marmelade in die Krapfen, denn zu jener Zeit war die Konfitüre besonders populär.

Und Anfang des 18. Jahrhunderts entstand das „Krapfenschießen“ in der Faschingszeit. Die Krapfen waren dabei die Belohnung für gute Ergebnisse bei den abgehaltenen Schießwettbewerben.

1815 war wohl DAS Jahr für die Krapfen. Angeblich wurden 10 Millionen der süßen Versuchungen im Laufe des Wiener Kongresses zu Munde geführt.

7. Wie ein echter Faschingskrapfen mit Marmeladefülle sein will…:

…das ist laut dem österreichischen Lebensmittelcodex Kapitel B 18 „Backerzeugnisse“, Absatz 62, gesetzlich geregelt und muss mindestens 15 % Marmeladefüllung – bezogen auf das Fertiggewicht des Krapfens – umfassen.

8. Und dann ist da noch die Sache mit den Kalorien…

Ein (kleines) Manko des Faschingskrapfen ist wohl seine Kalorienanzahl. Das süße Hefegebäck hat nämlich durchschnittlich 12 Gramm Fett und abhängig von der Größe zwischen 200 kcal und 400 kcal.

Aber das lässt sich ja mit ein wenig Sport wieder ausbügeln, nicht wahr.

Ich wünsche dir eine narrisch guate Zeit und genussvolle Krapfenmomente.

Quelle:
Wikipedia Artikel: Krapfen (Hefeteig)
Bundesministerium Nachhaltigkeit und Tourismus Artikel: Krapfen


Du hast den Ausdruck „krendeln“ noch nie gehört? Macht nichts. In diesem Beitrag möchte ich dir erzählen, worum es dabei geht:

Was du aber sicher schon gesehen hast, sind diese gefüllten Teigtaschen mit dem schön geschwungenen Teigrand. Ich meine die sogenannten Kärntner Nudeln.

Nicht nur in Italien sind Nudeln eine beliebte Speise. Auch im südlichsten österreichischen Bundesland gibt es unzählige Rezepte für gefüllte Teigtaschen, die sogenannten Kärntner Nudeln. Die gibt es nämlich nicht nur in der am meisten bekannten deftigen Version mit Nudelminze und Topfen, den Kärntner Kasnudeln, sondern auch gefüllt mit Fleisch, Gemüse, Kletzen (Dörrbirnen), Wurst und vielem mehr.

Eines habe diese Kärntner Teigtaschen aber fast alle gemein: den kunstvoll geschwungenen Teigrand. In Kärnten nennt man die Technik, mit der dieser ornamentartige Teigrand geformt wird, „krendeln“ oder „grendeln“.

Am Bespiel der Kärntner Kletzennudeln – auch Kletzenkrapfen genannt – zeige ich dir in diesem Video, wie die Ränder der Teigtaschen geformt werden. Mit ein bißchen Übung klappt es auf jeden Fall.

Noch ein kleiner Tipp:

Falls dir das Ganze doch zu aufwendig ist, kannst du den Teigrand auch ganz einfach mit einer Gabel gleichmäßig niederdrücken oder mit einem Teigrad ausradeln. Auch mit diesen beiden Methoden bekommst du einen sehr schönen Abschluss.

Wenn du Lust bekommen hast, selbst Kärntner Nudeln zu kochen, dann probier doch mal das Rezept für die süßen Kärntner Kletzennudeln.

Ich wünsche dir gutes Gelingen.


Der 5. und 6. Dezember sind nach altem Brauch die Tage, an denen der Heilige Nikolaus mit einem Engel und einer Gruppe furchteinflössender Krampusse unterwegs ist.

In Salzburg, dem Salzkammergut und der Steiermark nennt man die Krampusse häufig auch Kramperl. Neben Kramperl verwendet man in Kärnten und der Steiermark oft auch die Bezeichnung Bartl (stammt von Bartholomäus). Und in Tirol läuft er als Tuifl (Teufel) rum.

Besonders in den alpinen Regionen wird diese uralte Tradition nach wie vor mit Leidenschaft und aufwendig gepflegt.

Die kunstvoll geschnitzten Masken, die grausigen Gewänder – die meist aus Ziegen(Geiß)- oder Schafffell gemacht sind – das Geläut der umgehängten Glocken oder das Rasseln der Ketten und die drohend geschwungene Birkenrute beziehungsweise der Kuhschweif verfehlen ihre eindrucksvolle Wirkung nicht.

Der Gasteiner Krampus – Hausbesuch von Nikolaus und Krampus, eine schöne alte Tradition

Die Geschichte vom Krampus und dem Heiligen Nikolaus

Bereits im 17. Jahrhundert war es üblich, dass der Heilige Nikolaus, begleitet von schrecklichen Gestalten, von Haus zu Haus zog und einkehrte. Die braven Kinder wurden von ihm belohnt, während den unartigen die Rute des Kramperls drohte.

Diesen sogenannten Einkehrbrauch gibt es auch heute noch. Es ist durchaus üblich, den Nikolaus – entweder mit oder ohne Krampus und Engel – für einen Besuch im Kindergarten, der Schule oder eigenen Haus zu engagieren. 

Nur in der dunklen Zeit der Inquisition war der Krampusbrauch verboten. Wer sich damals als Teufel verkleidete, wurde zum Tode verurteilt. 

Die unterschiedlichen Bräuche rund um Krampus und Nikolaus 

Vielerorts gibt es von Ende November weg bis 6. Dezember Krampusumzüge und -läufe. Dabei gibt es regionale Unterschiede:

In Teilen Kärntens gibt es etwa Schauläufe mit Fackeln, Feuerwerk und Feuerspucker.

In anderen Regionen gibt es das sogenannten „Tratzen“ der Krampusse, eine Mutprobe der Kindern, die Krampusse durch freche Zurufe ärgern. Nur wenn die Kinder schnell genug sind, bleibt der Kontakt mit der Rute des Kramperls aus.

Raue Sitten herrschen hingegen in Osttirol. Hier gibt es nicht nur den Krampuslauf, sondern zwei weitere Bräuche, die separat zu den Läufen veranstaltet werden:

  • Einer davon ist die Tradition des Rangelns von Krampus und einem freiwilligen „Raufbold“ – diesen Brauch nennt man „Krampuswurf“.
  • Der andere ist das „Tischziehen“. Bei dieser separaten Veranstaltung versucht eine Gruppe von Freiwilligen einen schweren Tisch möglichst lange festzuhalten, während die Gruppe der Krampusse ihrerseits versuchen, den Tisch entweder umzukippen oder möglichst weit wegzuziehen.

Im Gasteinertal gibt es wiederum den Brauch des „Rempelns“. Am 5. und 6. Dezember sind hier bis zu 100 Passen – so nennt man die Gruppe des Nikolaus mit seinen begleitenden Kramperln – unterwegs. Treffen zwei Passen zusammen, grüßen sich zunächst die Nikoläuse mittels Kreuzen der Bischofsstäbe. Dann kommen die Krampusse zum Zug. Die jeweiligen anführenden Krampusse verneigen sich zunächst, beginnen dann allerdings mit ihrer Kraftprobe, dem Anrempeln. Auch die restlichen Kramperl messen so ihre Kräfte. Im Anschluss nehmen alle ihre Larven ab und wünschen sich: 

 „A guads Weidageh, treu in guadn oidn Brauch“

Ein gutes Weitergehen, treu dem guten, alten Brauch.

Der Unterschied zwischen Krampus und Perchten

Die Krampusse sind bis 6. Dezember unterwegs. Die Perchtenläufe finden allerdings erst ab Weihnachten bis zum Dreikönigstag statt. Denn die Schön- und Schiachperchten vertreiben mit dem lauten Geläut der umgehängten Glocken den Winter und böse Geister. 


Quellen:
Salzburgland.com
Wikipedia (Krampus)
Wikipedia (Perchten)