Der 5. und 6. Dezember sind nach altem Brauch die Tage, an denen der Heilige Nikolaus mit einem Engel und einer Gruppe furchteinflössender Krampusse unterwegs ist.

In Salzburg, dem Salzkammergut und der Steiermark nennt man die Krampusse häufig auch Kramperl. Neben Kramperl verwendet man in Kärnten und der Steiermark oft auch die Bezeichnung Bartl (stammt von Bartholomäus). Und in Tirol läuft er als Tuifl (Teufel) rum.

Besonders in den alpinen Regionen wird diese uralte Tradition nach wie vor mit Leidenschaft und aufwendig gepflegt.

Die kunstvoll geschnitzten Masken, die grausigen Gewänder – die meist aus Ziegen(Geiß)- oder Schafffell gemacht sind – das Geläut der umgehängten Glocken oder das Rasseln der Ketten und die drohend geschwungene Birkenrute beziehungsweise der Kuhschweif verfehlen ihre eindrucksvolle Wirkung nicht.

Der Gasteiner Krampus – Hausbesuch von Nikolaus und Krampus, eine schöne alte Tradition

Die Geschichte vom Krampus und dem Heiligen Nikolaus

Bereits im 17. Jahrhundert war es üblich, dass der Heilige Nikolaus, begleitet von schrecklichen Gestalten, von Haus zu Haus zog und einkehrte. Die braven Kinder wurden von ihm belohnt, während den unartigen die Rute des Kramperls drohte.

Diesen sogenannten Einkehrbrauch gibt es auch heute noch. Es ist durchaus üblich, den Nikolaus – entweder mit oder ohne Krampus und Engel – für einen Besuch im Kindergarten, der Schule oder eigenen Haus zu engagieren. 

Nur in der dunklen Zeit der Inquisition war der Krampusbrauch verboten. Wer sich damals als Teufel verkleidete, wurde zum Tode verurteilt. 

Die unterschiedlichen Bräuche rund um Krampus und Nikolaus 

Vielerorts gibt es von Ende November weg bis 6. Dezember Krampusumzüge und -läufe. Dabei gibt es regionale Unterschiede:

In Teilen Kärntens gibt es etwa Schauläufe mit Fackeln, Feuerwerk und Feuerspucker.

In anderen Regionen gibt es das sogenannten „Tratzen“ der Krampusse, eine Mutprobe der Kindern, die Krampusse durch freche Zurufe ärgern. Nur wenn die Kinder schnell genug sind, bleibt der Kontakt mit der Rute des Kramperls aus.

Raue Sitten herrschen hingegen in Osttirol. Hier gibt es nicht nur den Krampuslauf, sondern zwei weitere Bräuche, die separat zu den Läufen veranstaltet werden:

  • Einer davon ist die Tradition des Rangelns von Krampus und einem freiwilligen „Raufbold“ – diesen Brauch nennt man „Krampuswurf“.
  • Der andere ist das „Tischziehen“. Bei dieser separaten Veranstaltung versucht eine Gruppe von Freiwilligen einen schweren Tisch möglichst lange festzuhalten, während die Gruppe der Krampusse ihrerseits versuchen, den Tisch entweder umzukippen oder möglichst weit wegzuziehen.

Im Gasteinertal gibt es wiederum den Brauch des „Rempelns“. Am 5. und 6. Dezember sind hier bis zu 100 Passen – so nennt man die Gruppe des Nikolaus mit seinen begleitenden Kramperln – unterwegs. Treffen zwei Passen zusammen, grüßen sich zunächst die Nikoläuse mittels Kreuzen der Bischofsstäbe. Dann kommen die Krampusse zum Zug. Die jeweiligen anführenden Krampusse verneigen sich zunächst, beginnen dann allerdings mit ihrer Kraftprobe, dem Anrempeln. Auch die restlichen Kramperl messen so ihre Kräfte. Im Anschluss nehmen alle ihre Larven ab und wünschen sich: 

 „A guads Weidageh, treu in guadn oidn Brauch“

Ein gutes Weitergehen, treu dem guten, alten Brauch.

Der Unterschied zwischen Krampus und Perchten

Die Krampusse sind bis 6. Dezember unterwegs. Die Perchtenläufe finden allerdings erst ab Weihnachten bis zum Dreikönigstag statt. Denn die Schön- und Schiachperchten vertreiben mit dem lauten Geläut der umgehängten Glocken den Winter und böse Geister. 


Quellen:
Salzburgland.com
Wikipedia (Krampus)
Wikipedia (Perchten)


Dir gefällt dieser Beitrag? Dann lass das doch auch deine Freunde wissen und teile ihn.
0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.